Marktleugaster Rundwanderweg

Marktleugaster Rundwanderweg

Die Markierung:
Ein einheitlicher
roter Punkt

Der Wanderweg: in Rot




Tourencharakter: Sehr schöne Wald- und Wiesenwanderung mit Teichlandschaften, reizvollen Quellen und geringen Höhenunterschiede. Mit seinen 33 km ist er als Tageswanderung selbst für geübte Geher eine Herausforderung; aufgeteilt in zwei Tage ist er aber ein Genuss für die vielen Freizeitwanderer.
Beste Jahreszeit: Frühjahr und Herbst
Länge: 33 km
Schwierigkeit: Leicht
Dauer: etwa 9 Stunden
Ausgangs-/Endpunkt: Hohenberg, Parkplatz Sportheim
Streckenbeschreibung: Hohenberg - Rauhfichten - Koserquelle - Frauenreuther Teich - Langenbacher Brunnen - Kosermühle - Zechteich - Marienweiher (Basilika) - Steinbach - Kemnather Kreuz - Mordgraben - Alte Schmölz - Achatzmühle - Hermes - Spiegelteich - Peterlesstein - Tannenwirtshaus - Weidmeser Höhe - Kleinrehmühle - Großrehmühle - Waldhermes - Hohenberg


Kurzbeschreibung

Als Ausgangspunkt unserer Wanderung wählen wir den Parkplatz am Sportheim in Hohenberg. Selbstverständlich kann dafür auch jeder andere Ort an der Strecke gewählt werden. Vom Parkplatz aus wandern wir zunächst über die Straße zur Kirche. Schon nach wenigen Metern stoßen wir dort auf die „Rote Punkt" - Markierung, die uns auf den folgenden 33 km begleiten wird. Wir lassen die Kirche rechts liegen und folgen links dem roten Punkt der uns - an den Resten des ehemaligen stattlichen Bismarckhains vorbei - auf einem Feldweg neben der Straße hinauf zur Rauhfichten führt.

Mit ihren 661 m ist sie die höchste Erhebung von Marktleugast und damit auch unserer Wanderung. Die Aussicht beschränkt sich nur auf den Süden, nach Osten und Westen versperrt der Wald, und nach Norden der Hohberg (Kamm) mit seinen 708 m die Sicht. Die Rauhfichten scheidet nicht nur das Wasser (Rhein - Elbe) voneinander, sondern war auch immer Sprach-, Religions- und Landesgrenze.

Nach dem kurzen Waldstück zweigt der Wanderpfad rechts ab hinunter zur Koserquelle. Wohin ihr klares, frisches Wasser fließt ist auf einer Infotafel zu lesen:

„Über die Koser und die Schorgast,
schnell ich bei dem Maine bin.
Träge dann, - umrahmt von Wein-,
fließe ich zum Vater Rhein.
Erblick ich Hollands Tulpenwiesen,
darf ich mich ins Meer ergießen."


Erst durch Wald und Feld, dann auf einem Wiesenpfad erreichen wir den Frauenreuther Teich. In den Jahren von 1479 bis 1489 von Philipp von Guttenberg erbaut, wurde aus ihm längst ein naturnahes Gewässer. Für die Zugvögel ein beliebter Rastplatz, ist die „Fraaraad" für die einheimischen Wasservögel der Mittelpunkt ihres Lebensraumes.
Gönnen wir uns eine Ruhepause und genießen die wohltuende Stille an dieser idyllischen Stelle, die mit einer Bank und einer Infotafel versehen ist.
Zunächst geht es an dem Waldrand weiter, bis wir auf die Altstraße stoßen, die von Marktleugast, Ahornis nach Münchberg führte. Ein tief eingeschnittener Hohlweg bringt uns hinunter zur Großen Koser, die hier von der Altstraße gequert wird. Der Hohlweg und die sich in ihrem ursprünglichen Zustand befindliche Furt erinnern an eine längst vergangene Zeit mit der damaligen Fuhrmannsherrlichkeit und sollten nicht verändert werden.

Stockenten
auf dem Frauenreuther Teich

Wir bleiben auf dem Waldweg links von dem Koserbach und kommen zum Langenbacher Brunnen, dessen frisches Wasser aus einer Tiefe von ca. 48m hervorquillt. Bereits 1247 wurde das Dorf Langenbach erstmals urkundlich erwähnt. Doch schon 200 Jahre später gibt es nur noch eine Wustung Langenbach. Das höchstens 3 bis 4 Bauernhöfe große Dorf war verschwunden. Geblieben ist nur noch der Dorfbrunnen, den man mit Steinen einfasste. Dadurch wurde das Wasser aufgestaut und man konnte es problemlos ausschöpfen.

Dass manche Quellorte eine besonders starke „Strahlung" haben, also eine ungewöhnlich starke Energie von ihnen ausgeht, ist längst bewiesen. Auch der Langenbacher Brunnen ist ein solcher Platz, dessen Messwerte schon im esoterischen Bereich liegen.

Über einen Steg kommen wir auf die andere Seite der Koser und wandern - eine Scheune links liegen lassend - zur B 289. Wir überqueren sie und folgen dem roten Punkt, der uns durch Wald und eine Wiese zur Kosermühle bringt.

Die ehemalige Mahl- und Schneidmühle ist wohl die älteste Mühle im ehemaligen Halsgericht Leugast, denn sie wurde schon 1247 erstmals als „Cosere" (Kloster Langheim) urkundlich erwähnt. 1348 kam sie als „Kossermuel" zum Hochstift Bamberg. Heute Gastronomiebetrieb.
Auf dem „Franziskanerweg" am Hang oberhalb des Koserbaches gehen wir weiter, vorbei am Wasserwerk Marktleugast. Rechts stehen am Anfang und Ende des Waldes zwei Wegkreuze (Kolping Münchberg und Dornheim Marienweiher).


Erfrischende Labsal aus dem Langenbacher Brunnen

Gleich danach scharf links hinunter zum Koserbach und weiter zum Zechteich. Auf einem 800m langen Naturlehrpfad rund um den Teich wird auf 35 Infotafeln viel Wissenswertes aus Fauna und Flora gezeigt. Nur auf der vorderen Hälfte des Teiches können die Angler ihrem Hobby nachgehen, der hintere Teil ist ganz der Natur überlassen.


Von hier lohnt es sich einen Abstecher - am Sportplatz und Friedhof vorbei - zu der Basilika und dem Franziskanerkloster Marienweiher zu machen, einer der ältesten Marien-Wallfahrtsorte Deutschlands. Die erste urkundliche Nennung geht auf das Jahr 1189 zurück, in dem der Bamberger Bischof Otto II. „Kirche und Hospitz von Weiher" dem Zisterzienserkloster Langheim schenkt.

Unter dem kunstsinnigen Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn wurde 1718-1721 die jetzige barocke Kirche erbaut und nach Plänen von Johann Michael Küchel, dem Nachfolger von Balthasar Neumann, erweitert.

Viele Besucher mit Autos und Bussen und über 100 Fußwallfahrten, dazu Kunstliebhaber des Barock- und Rokokostils aus ganz Franken zählen zu den Bewunderern des Marienheiligtums. Gemäß ihrer Bedeutung darf sich die Wallfahrtskirche seit 1993 „Päpstliche Basilika" nennen.

Über den breiten Treppenaufgang verlassen wir den stimmungsvollen Vorplatz, rechts das rennovierte Kantoratsgebäude, in dem ein Museum eingerichtet werden soll. Im Dorf bestehen Einkehrmöglichkeiten.

Wir wandern nun auf der Straße nach Steinbach und stoßen kurz nach dem Sportheim wieder auf die „Rote Punkt" - Markierung.

Zechteich mit Naturlehrpfad

Sie begleitet uns über die Koserbrücke, - rechts ein schönes Wegkreuz mit einem geschnitzten Corpus Christi - geradeaus auf einem Feldweg und einer würfelförmigen Kapelle vorbei - nach Steinbach. 1343 erwarb das Kloster Langheim Steinbach mit dem Wasserhof und 2 Kemenaten vom Kloster Michelsberg. Seitdem ist es eng mit der Marktleugaster Geschichte verbunden. Am Ortseingang fallen zwei außergewöhnliche Flurdenkmäler auf: Ein Holzkreuz um 1800 zwischen zwei neu gepflanzten Kastanien und gleich daneben eine Barockmarter aus der Zeit um 1700.

Nach dem letzten Bauernhof biegt rechts ein Feldweg ab, der uns zum Kemnather Kreuz führt, mit schöner Sicht auf das Leugasttal.
Auf einer Holztafel steht:
Kemnather Kreuz / 1836 - 1956 / Die Stifterin. Dieses Fünfwundenkreuz errichteten Kemnather Wallfahrer, die jährlich hier vorbei pilgern und ein Dankgebet verrichten.


Blick nach Marienweiher und Marktleugast

Vom Kemnather Kreuz führt uns ein schöner Waldweg, zunächst gemächlich, dann etwas steiler - am Schmitt-Kreuz vorbei (errichtet 1945) - wieder hinunter zum Koserbach. Wir überqueren ihn und wandern rechts der Großen Koser, um nach ca. 200m wieder auf die andere Seite zum Mordgraben zu wechseln. Auf einer Infotafel ist eine schreckliche Bluttat beschrieben, die sich hier zugetragen haben soll. Weiter geht es über die Schlackenhalde (abgelagerte Kupferschlacke von der Alten Schmölz) zur „Aanzich". (Einzig von Cottenau), bis in die 60er Jahre war der ehemalige Bauernhof bewohnt.

An der Einöde vorbei kommen wir zur Vereinigung der Kleinen und Großen Koser. Mit 444 m ist es gleichzeitig der tiefste Punkt der Wanderstrecke. Außerdem stoßen hier die Gemarkungen von Kupferberg, Wirsberg und Marktleugast aneinander.

Gleich daneben die Alte Schmölz (Info-Tafel) mit ihren 3 Häusern. Wie der Ortsname besagt, bestand hier eine Kupferschmelze. Später erlebte die alte Schmölz als Vitriolwerk noch einmal eine Blütezeit. 1810 wurde sie dem Steuerdistrikt Marienweiher zugeschlagen, 1964 entschieden sich die Einwohner wieder für Kupferberg.

Links am Hang des kleinen Koserbaches wandern wir nun hinauf zur Achatzmühle.1602 /03 erbaut nannte man sie Rothenbühler Mühle. Mit der Übernahme durch Achatz Hübner (1694) erhielt sie ihren heutigen Namen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie still gelegt und am 30.7.1971 ist sie abgebrannt. Nur die 1922 erbaute Wegkapelle erinnert an die einstige Mühlenherrlichkeit.

Am Schalterbach führt der Weg hinauf nach Hermes mit Einkehrmöglichkeit.
Als Hermes 1405 erstmals erwähnt wurde, gehörte es zum Hochstift Bamberg. Von 160203 bayrisch; bis 1607 preußisch; bis 1820 französisch; danach wiederum bayrisch. Der Ortsname bedeutet wohl „Herrenweide" (her=Herr und mes=Weide).


Muggnschwamma
bei der Aanzich

Von Hermes wandern wir zunächst die Straße hinauf bis zum Waldrand. Dann links hinunter - über die B 289 - zu den terassenförmig angelegten Spiegelteichen. Sie wurden 1716 gebaut, um das Wasser in einem 4 km langen Graben zu der St. Veits-Zeche in Kupferberg zu leiten, das dort als Antrieb für eine „Wasserkunst" (Pumpe) diente.

Mit der „Roten Punkt" - Markierung können wir nun bequem rechts vom Spiegelteich weiter wandern, man kann aber auch den längeren und schwierigeren Weg über den Peterlesstein wählen. Dazu benützen wir die Markierung „Blauer Querstrich", die uns zuerst auf der Straße, dann durch den Wald, steil hinauf zum 593 m hohen Peterlesstein führt. Er ist als Magnetberg des Frankenwaldes bekannt, denn sein Serpentingestein enthält Magneteisen und lenkt dadurch die Kompassnadel ab. Sein Name leitet sich von „Patterla" ab (=Rosenkranzperlen). Später wurden aus dem weichen Serpentin weitere Nipp- und Nutzgegenstände hergestellt, wie z.B.: Bettwärmer, Aschenbecher, Kerzenständer, Blumenvasen, Tintenfässer, Urnen, Briefbeschwerer usw..

Der Spiegelteich
macht seinem Namen alle Ehre

Zuerst noch steil hinunter, benützen wir später den bequemen Forstweg zum oberen Spiegelteich, wo wir wieder auf die „Rote Punkt" - Markierung stoßen, die uns links hinauf zum Straßteich bringt.
Eine Info-Tafel erklärt alles Wissenswerte über die ehemalige Geleitstraße und den Straßteich, bevor es weiter hinauf nach Tannenwirtshaus geht. Ein junges Straßendorf mit alter Wirtshaustradition.


Zwischenlichten auf dem Peterlesstein

Bei der 1934/35 aus bläulichen Natursteinen erbauten Heilig Kreuz-Kirche folgen wir links der Straße in Richtung Weidmes. Schon beim ersten Haus des Grafengehaiger Ortsteils zweigen wir rechts ab zur Weidmeser Höhe. Zu Recht wird sie als der schönste Aussichtsberg des südöstlichen Frankenwaldes bezeichnet. Drei neue Panoramatisch aus (Fichtelgebirgs - Fränkischer Schweiz- und Frankenwaldblick) sind zur besseren Orientierung eine wertvolle Hilfe.

Beim Abstieg achten wir genau auf die Markierung. Zunächst durch den Wald, dann scharf rechts auf einem Feldweg abwärts, dann wieder durch den Wald und nach Überquerung des Kleinen Rehbaches erreichen wir die Kleinrehmühle. Einkehrmöglichkeit.

Hier stoßen wir auf den Mühlenweg, mit dem wir gemeinsam bis kurz vor der Großrehmühle wandern. Nun trennen wir uns wieder vom Mühlenweg und kommen geradeaus weiter zu den Parkplätzen bei der ehemaligen Gaststätte Rehbachtal. Nach der Querung der Straße geht es direkt links am Großen Rehbach weiter. An der Hütte des FWV Neuensorg vorbei und auf dem Wiesenpfad weiter aufwärts, wechseln wir wieder über einen Steg auf die andere Bachseite.


Weidmeser Höhe mit Panoramatisch

Der rote Punkt führt uns zunächst auf einen schönen Waldweg hinauf zur Straße Marktleugast - Grafengehaig. Nach ca. 100 m verlassen wir sie wieder - links ein schöner Blick nach Grünlas - und kommen am alten Neuensorger Fußballplatz und dem Lausenbach vorbei zum Atzebergbrünnlein. Nicht weit entfernt liegt der Grafengehaiger Ortsteil Waldhermes. Auf einer Info-Tafel ist alles über diesen geschichtsträchtigen Ort zu lesen.


Atzebergbrünnlein bei Waldhermes


Wir verlassen Waldhermes auf dem Weg in Richtung Hohenberg, um gleich links nach der sehenswerten Rundbogenbrücke abzuzweigen und immer am Großen Rehbach entlang - links ist die Zegastmühle zu sehen - nach Hohenberg zu kommen, wo uns ein schöner Blick auf eine barocke Sandsteimarter, mit der Gnadenmutter von Marienweiher auf der Vorderseite, erwartet.

Im Hintergrund ist die 1928/29 erbaute St. Joseph Kirche zu sehen. Obwohl anfangs umstritten, ist dem Münchner Kirchenbauer Prof. Fritz Fuchsenberger ein meisterliches Werk gelungen, das Kunstkenner als eine Perle der modernen Kirchen des Frankenwaldes bezeichnen.

Über die alte Kastanienallee und an der Kirche vorbei, erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.


Barockmarter und St. Joseph Kirche



Wissenswertes über den Rundweg

Nach Anregung von Bürgermeister Manfred Huhs wurde im Jahre 1987 bei einer Zusammenkunft interessierter Wanderfreunde in der Gaststätte Rehbachtal beschlossen, einen Wanderweg einzurichten, der alle Ortsteile der neuen Großgemeinde Marktleugast miteinander verbindet. Nach einem Konzept von Richard Seuß wurde die Idee noch im selben Jahr in die Tat umgesetzt. Viele Helfer haben damals die genaue Trassenführung endgültig festgelegt und mit einem roten Punkt markiert. 2004 wurde er erneuert und die Strecke mit Info-Tafeln und Panoramatisch versehen. Diese Broschüre mit der Wanderkarte soll nun zusätzlich dazu beitragen, die Orientierung auf diesem herrlichen Wanderweg zu erleichtern.

Mit seinen beiden „Abstechern" zur Basilika und den Peterlesstein (auf der Karte gestrichelt gezeichnet) ist der Rundweg ca. 33 km lang. Um ihn auch vom Standort Marktleugast aus zu erreichen, sind gut begehbare Zugangswege auf der Wanderkarte gepunktet dargestellt. In Verbindung mit dem Marktleugaster Rundweg ermöglichen diese Zugangswege kleinere Touren, wie z.B. den Nepomuk- oder Schwedenkreuzweg. Beide sind in dem Wanderführer „Rund um das Steinachtal" mit Natur und Kultur ausführlich beschrieben.


Vom Königshof zur Marktgemeinde

In Form eines fränkischen Hofes an der alten karolingischen Handelsstraße, war Marktleugast eine der ersten Gründungen auf der Hochfläche des Frankenwaldes. Im Jahre 800 schenkte eine Dame namens Emhilt an das Kloster Fulda u.a. Orten auch ein „Lüchese". Ob es mit Leugast identisch ist ? Vieles spricht dafür. Umstritten ist auch die nächste Nennung von 1240. Um so sicherer die Urkunde vom 23. Juni 1247, in der Herzog Otto, der letzte Andechs-Meraner, die Herrschaft Leugast käuflich erwarb, um sie anschließend dem Kloster Langheim zu schenken. Nach finanziellen Schwierigkeiten der Zisterzienser Abtei, kam 1384 Leugast durch Kauf in den Besitz des Bamberger Bischofs. Unter dem bischöflichen Krummstab ließ es sich gut leben, bis das Hochstift Bamberg 1802 vom Kurfürstentum Bayern annektiert wurde. Nach dem Hauptlandesvergleich (1803) zwischen Bayern und Preußen wird Marktleugast preußisch. Nach dem Tilsiter Frieden (1807) muß der Preußenkönig Friedrich Wilhelm seine fränkischen Besitzungen an Frankreich abgeben. 1810 tritt sie Napoleon wieder an König Max J. von Bayern ab. Marktleugast ist endgültig bayrisch.